Symposium "Gleichstellung im Alter"

Schnappschuss aus dem "Biografie"-Workshop. Foto: kfd/Kornelia Danetzki

"Biografieverläufe und faire Einkommenschancen für Frauen"

Über 80 Frauen aus der kfd und anderen frauenpolitischen Zusammenhängen diskutierten am 03./04. Februar 2012 im Heinrich-Pesch-Haus in Ludwigshafen die Gleichstellung im Alter. Es handelte sich um die zweite Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Neuer Blick auf alte Fragen", mit der der kfd-Bundesverband zur Auseinandersetzung mit dem Gleichstellungsbericht der Bundesregierung vom Juni 2011 einlädt.

Unter der Leitung von Dr. Heide Mertens und Dr. Rosa Jahnen von der kfd-Bundesgeschäftsstelle und begleitet von Anna-Maria Mette vom kfd-Bundesvorstand (siehe rechte Spalte) ging es um Eckpunkte in der eigenen Biografie, das Rentenmodell der katholischen Verbände mit einer existenzsichernden Sockelrente für alle, Möglichkeiten des Wohnens im Alter sowie Fragen der Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbsarbeit und der damit verbundenen Forderungen an Unternehmen und Kommunen.

Professor Dr. Friederike Maier von der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht stellte ihren Ansatz des "Gender Accounting" vor (siehe rechte Spalte). Er nimmt die gesamte im Lebensverlauf von Männern und Frauen geleistete Arbeit – bezahlte wie unbezahlte – in den Blick - und macht deutlich, dass die Durchschnittsfrau im Verlaufe ihres Lebens nicht einmal halb so viel Geld zur Verfügung hat wie der Durchschnittsmann.

Wir brauchen ein neues, zeitgemäßes Leitbild

Einen abschließenden Bogen spannte die Expertin für Frauen- und Geschlechterpolitik Dr. Barbara Stiegler von der Friedrich-Ebert-Stiftung mit ihrer Forderung nach einem neuen, zeitgemäßen Leitbild (siehe rechte Spalte). Dieses müsse folgende Eckpunkte aufweisen: Frauen wie Männer haben eine gute Bildung; sie leben nicht in finanzieller Abhängigkeit, sondern können in jeder Lebensphase für sich selbst sorgen; Sorgearbeit wird aufgewertet; es gibt eine gute Infrastruktur für Sorgearbeit, und beide Geschlechter haben Sorgeverantwortung und nehmen diese auch wahr.

Alle Diskussionen machten deutlich, dass es auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit dringend einer Aufwertung der unbezahlten Fürsorgearbeit bedarf. Nur so bestünden Aussichten auf faire Einkommenschancen für Frauen im Alter, die ihre Lebensleistung widerspiegeln.

In der rechten Spalte dieser Seite finden Sie auch die Ergebnis-Dokumentation der vier Workshops.

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