Die Auftaktveranstaltung

Foto: kfd/Kornelia Danetzki

Ein "Ja" zu langjähriger, unbezahlter Familien- und Pflegearbeit bedeutet für viele Frauen Armut und Abhängigkeit im Alter – weil nicht genügend Rentenansprüche erworben werden. Die Konsequenzen solcher Entscheidungen für die soziale Absicherung standen im Mittelpunkt des Auftaktes zur vierteiligen Symposienreihe "Neuer Blick auf alte Fragen". Die kfd hatte dazu am 15. Oktober 2011 ins Katholisch-Soziale Institut nach Bad Honnef eingeladen.

Mit der Veranstaltungsreihe will die kfd ihre gleichstellungspolitischen Vorstellungen aus der Lebensverlaufsperspektive neu diskutieren. Grundlage sind ihre langjährigen Forderungen nach einer gerechteren sozialen Alterssicherung mit einem neuen Rentenmodell, einer besseren Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Ehrenamt sowie Chancengleichheit im Erwerbsleben.

Der 1. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung vom Juni 2011 richtet den Blick erstmals auf den gesamten Lebensverlauf. "Der Bericht zeigt eindeutig, dass gerade die Übergänge zwischen den Lebensphasen wichtige Schaltstellen sind, wenn es darum geht, Frauen und Männern gleiche Chancen und Wahlmöglichkeiten bei der Lebensgestaltung einzuräumen. Hier wollen wir mit unseren Überlegungen ansetzen", sagte die kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen zur Begrüßung. Im Gleichstellungsbericht werde das Leitbild einer Gesellschaft skizziert, das "auch das Leitbild der kfd ist". Danach haben Männer wie Frauen die Zeit und die Wahl für Ausbildung und Erwerbstätigkeit, aber auch für Familien- und Pflegearbeit und Ehrenamt.

Unterstützung an den "Knotenpunkten" des Lebens

Eva-Maria Welskop-Deffaa, Leiterin der Abteilung Gleichstellung im Bundesfamilienministerium (das die neue Studienreihe auch finanziell fördert), lobte in ihrem Grußwort das Engagement der kfd. Der Verband wirke gegen die Ermüdung, sich für diese Themen einzusetzen. Die Politik müsse Unterstützung an entscheidenden Knotenpunkten des Lebens anbieten und dafür Sorge tragen, dass zum Beispiel das Unterbrechen der Erwerbstätigkeit für Familie oder Pflege keine "Wundmale im Leben hinterlassen" und zum Beispiel zu Rentenlücken führten.

Ute Klammer, Professorin an der Universität Duisburg-Essen und Vorsitzende der Sachverständigenkommission zum Gleichstellungsbericht, präsentierte Überlegungen des Kommissions-Gutachtens. Gleichstellungspolitik müsse "Quer-und Längsschnittaufgabe" werden, es fehle an einem gemeinsamen Leitbild. Trotz vieler Fortschritte stünden zu oft politische und rechtliche Maßnahmen unverbunden nebeneinander.

Im sogenannten Gleichstellungscafé im zweiten Teil des Studientages wurden nach der Methode des Worldcafés in wechselnden Runden drei Fragen diskutiert. Hier  entwickelten die Teilnehmerinnen ihre Vision einer gerechten Gesellschaft.

In der rechten Spalte dieser Seite finden Sie zum Herunterladen: die Powerpoint-Präsentation von Prof. Dr. Ute Klammer und Ergebnisse des Gleichstellungscafés.

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