"Grenzen überschreiten - gemeinsam lernen - Integration gestalten": kfd-Fortbildung zur "Kulturmittlerin"

Die kfd hat in einem Modellprojekt zum Thema "Migration" 28 Frauen zu Kulturmittlerinnen ausgebildet: Sie nahmen im Zeitraum 2009 und 2010 an einer dreigliedrigen Fortbildung teil unter dem Motto "Grenzen überschreiten - gemeinsam lernen - Integration gestalten". 13 Teilnehmerinnen haben einen Migrationshintergrund. Herkunftsländer sind Bolivien, Polen, die ehemalige Sowjetunion, Kosovo, der Nahe Osten, Peru, Portugal und Marokko. Die Teilnehmerinnen haben im Laufe des Projektes jeweils zu zweit in ihren kfd-Diözesanverbänden eigene Modelle zum interkulturellen und interreligiösen Dialog durchgeführt. Beteiligt waren die kfd-Diözesanverbände Aachen, Dresden-Meißen, Essen, Freiburg, Hamburg, Köln, Limburg, Mainz, Münster, Osnabrück und Speyer.

Das Konzept des Projektes basiert auf der Erfahrung des "Transkulturellen und interreligiösen Lernhauses der Frauen". Die Fortbildung wurde in Kooperation mit dem Caritasverband für die Stadt Köln durchgeführt. Oberstes Prinzip ist der Dialog auf Augenhöhe unter Frauen verschiedener Herkunft und verschiedener Kulturen. An diesem Dialog beteiligt sich jede Teilnehmerin mit all ihren Fähigkeiten und Begabungen. Grundlage  ist der radikale Respekt voreinander. Migrantinnen sollen nicht länger als Hilfesuchende oder Frauen mit Defiziten in den Blick genommen werden, sondern bringen sich in das Projekt selbst mit ihren Interessen ein und gestalten Zukunft mit - auch die Zukunft der kfd.

Ziele und Inhalte

Das Modellprojekt begann mit einer Auftaktveranstaltung. Im Januar 2009 startete dann die integrierte Fortbildung zur Kulturmittlerin. Sie besteht aus drei Modulen, die an Wochenenden in Mainz im Erbacher Hof stattfanden. Das Projekt endete im Oktober 2010 mit einer Abschlussveranstaltung. Parallel dazu führten die Teilnehmerinnen bei sich vor Ort ein eigenes kleines Projekt durch oder beteiligten sich daran. Dabei wurden sie von den Verantwortlichen der kfd auf der Diözesanebene und von der Projektleitung unterstützt und begleitet.

Modul I, Januar 2009: Wissen über Religionen und Kulturen
Grundwissen über die relevanten Religionen und die kulturelle Bedingtheit des sozialen Verhaltens. Überblick über die Verschiedenartigkeit sozialer und religiöser Wertvorstellungen und Befähigung zur Relativierung der eigenen Vorstellungen. Erste Projektideen.

Modul II, Juli 2009 : Methoden für den interkulturellen Dialog
Grundfertigkeiten in Methoden und Techniken, die für die Entwicklung des interkulturellen Dialogs hilfreich sind, wie Kommunikations- und Moderationstechniken, Konfliktlösungsstrategien, Organisationsfähigkeit und Projektmanagement.

Modul III, Januar 2010: Netzwerkbildung und Beispiele aus der Praxis
Kennen lernen und trainieren von Netzwerkarbeit. Vernetzung mit Organisationen und Anlaufstellen für Fragen der Migration und Integration. Austausch und Reflektion über die eigenen Projekte.

Abschlussveranstaltung: Präsentation der Projekte

Freitag, 29. Oktober 2010

Fotos von der Abschlussveranstaltung anschauen

Hintergrund

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands  hat sich selbst verpflichtet, auf allen Ebenen den interreligiösen Dialog und das interkulturelle Lernen zu fördern. 2007 verabschiedete die kfd-Bundesversammlung eine 17-seitige Positionsbestimmung "Fremdes achten - Frieden suchen: Eine Positionsbestimmung zu Zuwanderung und Integration". Sie steht rechts auf dieser Seite als Download. Eine Arbeitshilfe befasst sich mit "Zuwanderung und Integration als Thema der Frauenbildungsarbeit" und kann über den rechts stehenden Link in unserem Online-Shop bestellt werden.

Zu unseren Fotos: Ein guter Einstieg in den interkulturellen Dialog ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur. So brachten alle Teilnehmerinnen zum ersten Treffen einen "Kulturgegenstand" mit, und erzählten, was er mit ihrem Leben zu tun hat. Zusammengetragen wurde eine bunte Sammlung aus Büchern, CDs, Bildern, Muscheln und Steinen - aber auch profanen Dingen wie gelben Müllsäcken,  Körperlotions oder Gartenschaufeln.
Unteres Foto: Ein Gruppenbild der gut gelaunten Teilnehmerinnen.

Auszeichnungen

Die Fortbildung zur "Kulturmittlerin" erhielt 2012 den "Aggiornamento-Preis" - ausgelobt vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken - und 2013 den Preis "Aktiv für Demokratie und Toleranz" vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)".