Leben bis zuletzt! kfd-Aktion zur Debatte um die Beihilfe zum Suizid

Sterbebegleitung ist auch ein Frauenthema. Denn Frauen bleiben an ihrem Lebensende öfter allein zurück, weil der Partner, der ihre Sterbebegleitung übernehmen könnte, selbst schon verstorben ist. Gleichzeitig sind es überwiegend Frauen, die als Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen, Ehrenamtliche in den Hospizdiensten und Familienangehörige die Sterbebegleitung leisten.

Deshalb ruft die kfd ihre Mitglieder auf, sich aktiv in die aktuelle gesellschaftspolitische und parlamentarische Debatte um die Beihilfe zum Suizid einzumischen. Informieren Sie sich, sprechen Sie mit den lokalen Verantwortlichen im Gesundheitswesen und wenden Sie sich an Ihre Bundestagsabgeordneten. Die 1. Lesung im Plenum war am 2. Juli 2015; die Abstimmung erfolgte am 6. November 2015.

Die kfd verfolgt mit dieser Aktion vier Ziele:

1.   Jede geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid soll gesetzlich verboten und bestraft werden. Denn jede Form der Normalisierung der Beihilfe zum Suizid trifft die Schwächsten unserer Gesellschaft, Menschen die am Lebensende auf Begleitung und Hilfe angewiesen sind. Sie könnten sich gedrängt fühlen, von der Beihilfe zum Suizid Gebrauch zu machen, um anderen "nicht zur Last zu fallen".

2.    Aufklärung und Information über die heute schon vorhandenen und gesetzlich zugesicherten Möglichkeiten der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung und die bereits bestehenden Angebote durch ambulante und stationäre Hospize sowie die Palliativmedizin.

3.    Darüber hinaus wollen wir darauf drängen, dass noch mehr Hausärzte, Krankenhäuser, Pflegeheime und -dienste allgemeine ambulante und stationäre Palliativversorgung zur Begleitung Sterbender zum Regelangebot machen. Nur so kann eine flächendeckende Versorgung erreicht werden. Einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland finden Sie hier.

4.    Wir machen uns als großer Verband mit allen Kräften stark für eine Haltung, in der Kranke und Sterbende einen würdigen Platz in der Gesellschaft erhalten. Menschen haben das Recht, wie am Beginn ihres Lebens auch an dessen Ende die Fürsorge anderer zu beanspruchen.

In der aktuellen Debatte unterstützt die kfd den Gesetzentwurf des Abgeordneten Michael Brand und seiner Gruppe. Worin sich die einzelnen Anträge in ihrer Zielsetzung unterscheiden, lesen Sie hier.

Die Gruppenanträge zum Thema

Initiates file downloadGesetzentwurf der Gruppe um den Abgeordneten Michael Brand.

Initiates file downloadGesetzentwurf der Gruppe um den Abgeordneten Patrick Sensburg.

Initiates file downloadGesetzentwurf der Gruppe um den Abgeordneten Peter Hintze (mit Erläuterung).

Initiates file downloadGesetzentwurf der Gruppe um die Abgeordnete Renate Künast.

Initiates file downloadAntrag "Keine neuen Straftatbestände bei Sterbehilfe" der Gruppe um die Abgeordnete Katja Keul.