"Take Five" fürs Ehrenamt: Versicherungsschutz für Flüchtlingshelferinnen

Ob gespendete Kleidung sortieren, Deutsch unterrichten oder Möbel organisieren – Unzählige packen derzeit mit an, um Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern. Doch wer hilft, wenn den Helferinnen und Helfern selbst etwas zustößt? "Wer spontan Kleidung, Spielzeug oder Lebensmittel an Bahnhöfe oder in Flüchtlingsunterkünfte bringt, handelt privat. Diese Eigeninitiative wird nicht durch den gesetzlichen Versicherungsschutz gedeckt, den organisierte ehrenamtliche Helfer genießen", weiß die Verbraucherzentrale NRW.

Fünf Kriterien braucht’s nämlich, damit das Ehrenamt "amtlich" ist: So muss das Engagement freiwillig und unentgeltlich ausgeübt werden, regelmäßig und organisiert sein sowie anderen zu Gute kommen.

•    Voraussetzungen für gesetzlichen Versicherungsschutz: Wie bei anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten – zum Beispiel im Elternrat oder bei der Freiwilligen Feuerwehr – genießen auch "Flüchtlingshelfer" automatisch und kostenlos gesetzlichen Versicherungsschutz. Voraussetzung ist allerdings, dass deren Mithilfe über die Kommune oder Wohlfahrtsverbände organisiert ist. Heißt also, Einsätze und -orte werden von diesen festgelegt, die Verantwortlichen verteilen die Aufgaben, übernehmen Einteilung sowie Koordination und tragen die Kosten – und die Verantwortung. Zumeist werden auch Listen angelegt, in die sich Flüchtlingshelfer eintragen können. Das erspart im Fall der Fälle Nachforschungen, ob man tatsächlich auch aktiv gewesen ist.

•    Leistungsumfang: Verletzt sich die ehrenamtliche Helferin während ihres Einsatzes - oder auch auf dem Hin- oder Rückweg zwischen Einsatz- und Wohnort - springt die gesetzliche Unfallversicherung ein. Übernommen werden Kosten für Behandlungen und Reha-Maßnahmen. Ist die Erwerbsfähigkeit als Folge des Unfalls um mindestens 20 Prozent gemindert, bekommt die Verletzte von der gesetzlichen Unfallversicherung eine monatliche Verletztenrente.

•    Haftung bei Schäden Dritter: Wer als Flüchtlingshelfer einer anderen Person Schaden zufügt, muss in der Regel nicht für deren Forderungen nach Schadenersatz aufkommen. Dafür haftet die Trägerorganisation bzw. deren Haftpflichtversicherung, in der Regel die von Städten und Kommunen.

Neben all diesen Leistungen aus gesetzlichen Versicherungen springen auch gegebenenfalls privat abgeschlossene Versicherungen – Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung – ein.

Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Zum Thema "Flüchtlinge" und Flüchtlingshilfe"

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Initiates file downloadErklärung "Flüchtlinge aufnehmen – Flüchtlingspolitik menschenwürdig gestalten" der kfd-Bundesversammlung 2015.