DIE KFD

Symposium "Frauen in der Lebensmitte": Patchworkbiografien als Zukunftsmodell

Versinnbildlichte die schwierige Balance zwischen Erwerbsorientierung, Karriere und Sorgearbeit in der Jonglage: David Langkamp vom Zirkustheater Münster. Foto: Kornelia Danetzki

03. Juli 2012:

"Die Patchworkbiografien der Frauen sind das Modell der Zukunft für beide Geschlechter!" Das war eine der zentralen Botschaften, die vom Symposium "Frauen in der Lebensmitte. Balancen zwischen Erwerbsorientierung, Karriere und Sorgearbeit" ausging. Die Veranstaltung fand im Rahmen der kfd-Reihe "Neuer Blick auf alte Fragen!" am 29./30. Juni im Kolpinghaus in Fulda statt. Das Hauptreferat hielt Professor Dr. Uta Meier-Gräwe von der Universität Gießen, Mitglied der Sachverständigenkommission des Gleichstellungsberichtes, der erstmals den gesamten Lebensverlauf der Menschen in den Blick nimmt. Sie betonte dabei noch einmal die Bedeutung des neuen Leitbildes, dass Frauen wie Männer gleichermaßen als Erwerbstätige mit Betreuungs- und Fürsorgeaufgaben für Kinder und pflegebedürftige Familienangehörige definiert.

Meier-Gräwe forderte eine Aufwertung der Haus- und Sorgearbeit und mehr qualitativ hochwertige, entlastende haushalts- und familienunterstützende Angebote. Männer und Frauen sollten in jeder Lebensphase mit der jeweiligen Erwerbs- oder Sorgearbeit eigenständig ihre Existenz sichern und eine armutsfeste Altersicherung aufbauen können. 

In verschiedenen Workshops setzten sich die rund 100 Teilnehmerinnen mit Themen wie Pflegebegleitung, Arbeitsteilung im Haushalt und Entgeltgleichheit auseinander. Auch hier wurde noch einmal deutlich, dass der Weg zu einer wirklichen Geschlechterdemokratie noch weit ist, auch wenn ein langsames Umdenken zu erkennen sei. Eine Balance zwischen Erwerbsarbeit und Sorgearbeit sei für Frauen nur möglich, wenn es eine gleichberechtigte Nutzung von Lebenszeit für beide Geschlechter gebe, so Meier-Gräwe.

Hier finden Sie Fotos vom Symposium.

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