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Vernetzungstreffen der Zivilgesellschaft im Textilbündnis

Tim Zahn referiert beim Vernetzungstreffen in der Bundesgeschäftsstelle der kfd in Düsseldorf. Es nahmen folgende Nichtregierungsorganisationen aus dem Textilbündnis teil: Amt für Mission-Ökumene-Weltverantwortung der Evangelischen Kirchen von Westfalen, CARE Deutschland/Lux., Clean Clothes Campaign, Evangelisches Frauenwerk der Nordkirche, FEMNET e.V., Katholischer Deutscher Frauenbund, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands – Bundesverband e.V.

v.l.: Tim Zahn, Koordinator der Nichtregierungsorganisationen im Textilbündnis, kfd-Bundesvorstandsmitglied Mechthild Burk, kfd-Bundesgeschäftsführerin Beate Kruse und Maria Anneken, ehemalige Sprecherin des Ständigen Ausschusses Hauswirtschaft und Verbraucherthemen in der kfd. Beate Kruse überreicht Maria Anneken als Abschiedsgeschenk die neue kfd-Bistroschürze, die aus 100% Bio-Baumwolle besteht und GOTS-zertifiziert ist.© Foto: kfd

Verstärkte Bemühungen um soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der gesamten Textillieferkette nötig

25. Oktober 2017:

Bei ihrem Vernetzungstreffen in Düsseldorf haben heute die zivilgesellschaftlichen Organisationen im Bündnis für nachhaltige Textilien über weitere Schritte zu nachhaltiger Textilproduktion in der Einen Welt beraten. Zentrale Frage war, wie die selbstgesetzten Ziele der Textilunternehmen im Bündnis auf ihre Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit hin überprüft werden können: 19 der 87 Textilunternehmen und 13 der 21 Nichtregierungsorganisationen hatten im August 2017 sogenannte Roadmaps veröffentlicht. 2017 geschah dies auf freiwilliger Basis, ab 2018 ist die Veröffentlichung für alle Mitglieder verpflichtend.

"Insbesondere im Bereich Sozialstandards und existenzsichernde Löhne lässt die Mehrzahl der Roadmaps anspruchsvolle und klar formulierte Ziele vermissen", so Tim Zahn, Koordinator der Nichtregierungsorganisationen im Textilbündnis. "Im kommenden Jahr gilt es, klarere Vorgaben für die Roadmaps zu setzen, um glaubwürdig zu sein. Wir müssen entscheiden, ob Organisationen und Unternehmen, die sich nicht an diese Vorgaben halten, ausgeschlossen werden".

Auch die kfd hat ihre Ziele veröffentlicht mit klarem Schwerpunkt auf Bewusstseinsbildung und Aufklärung in Deutschland: "Als großer Frauenverband wollen wir, dass die VerbraucherInnen beim Kauf von Textilien nach den Produktionsbedingungen fragen. Dafür tragen wir in Bildungsveranstaltungen und mit Veröffentlichungen zur Information über die bereits bestehenden Siegel und Zertifizierungen im Textilsektor bei", erklärt Maria Anneken das Engagement der kfd.

Anneken, ehemalige Sprecherin des Ständigen Ausschusses Hauswirtschaft und Verbraucherthemen in der kfd, hat den Verband im Textilbündnis seit 2015 vertreten. Heute hat sie diese Vertretung an kfd-Bundesvorstandsmitglied Mechthild Burk abgegeben, die klare Ziele benannte:

"Die kfd engagiert sich für gerechte, nachhaltige und gewaltfreie Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Einen Welt. Gerade am Beispiel der Textilproduktion werden an vielen Stellen die weltweiten ungerechten Produktions- und Handelsbedingungen deutlich, von denen insbesondere Frauen betroffen sind. Hier sind wir als Käuferinnen von Textilien gefragt. Es gilt, sich politisch dafür einzusetzen, dass die Produktionsbedingungen in der gesamten Textillieferkette fairer und nachhaltiger werden. Dazu braucht es mehr Verbindlichkeit bei den Unternehmen und klare politische Rahmenbedingungen."

Hintergrund

Das Bündnis für nachhaltige Textilien - kurz Textilbündnis - ist eine Multistakeholder-Initiative mit rund 150 VertreterInnen aus Wirtschaft, Bundesregie­rung, Gewerkschaften, Nicht­regierungs- und Standard­organisationen, initiiert durch Bundesentwick­lungs­minister Dr. Gerd Müller im Jahr 2014 als Antwort auf Unfälle in Textilfabriken.

21 Organisationen der Zivilgesellschaft sind Mitglieder des Textilbündnisses, die im Steuerungskreis durch FEMNET e.V., INKOTA-netzwerk und SÜDWIND-Institut vertreten werden. Alle drei sind zudem TrägerInnen der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign).

Der kfd-Bundesverband engagiert sich als Mitglied seit 2015 und fördert die Stelle des Koordinators der Zivil­gesell­schaft im Bündnis. Jüngste Maßnahmen sind unter anderem die Umstellung des kfd-Shops auf nachhaltige Produkte, das Klima­schutzpaket mit der Broschüre zu "Prima-Klima-Kleidung" sowie der Textilien-Schwerpunkt im Projekt "Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht". Auch der Ständige Ausschuss Hauswirtschaft und Verbraucherthemen der kfd befasste sich auf seiner Jahrestagung mit fairer und nachhaltiger Kleidung. 

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Tim Zahn referiert beim Vernetzungstreffen in der Bundesgeschäftsstelle der kfd in Düsseldorf. Es nahmen folgende Nichtregierungsorganisationen aus dem Textilbündnis teil: Amt für Mission-Ökumene-Weltverantwortung der Evangelischen Kirchen von Westfalen, CARE Deutschland/Lux., Clean Clothes Campaign, Evangelisches Frauenwerk der Nordkirche, FEMNET e.V., Katholischer Deutscher Frauenbund, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands – Bundesverband e.V. © Foto: kfd