DIE KFD

Lernen im Feld der Veränderung

Gut gelaunt beim zweiten Modul des kfd-Projektes "Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht" zeigten sich (v.l.) Sabine Harles, Christoph Bals, Anni Rennock, Dr. Angelika Gellrich und Helga Klingbeil-Weber.

Zweites Modul des kfd-Projektes "Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht"

15. November 2017:

Vom 10. bis 12. November fand in Freckenhorst das zweite Modul des kfd- Projektes "Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht. Wie gelingt Veränderung?" statt. In dem Projekt, das im März 2017 gestartet ist, arbeiten mehr als 30 Frauen aus zehn kfd-Diözesanverbänden mit. Sie tragen mit eigenen Teilprojekten dazu bei, das Bewusstsein der kfd-Mitglieder für nachhaltiges und geschlechtergerechtes Verhalten zu schärfen.

Aus aktuellem Anlass der UN-Klimakonferenz in Bonn zeigten sich die Teilnehmerinnen von der Notwendigkeit überzeugt, jetzt aktiv zu werden. "Dabei wollen wir nicht auf die großen Lösungen der Staaten warten, sondern unseren eigenen Beitrag leisten", so Anni Rennock, Sprecherin des Ständigen Ausschusses "Hauswirtschaft und Verbraucherthemen".

"Das Ziel, in einer besseren und gerechteren Welt zu leben, ist nur zu erreichen, wenn sich möglichst viele Menschen dafür engagieren. Dennoch erwarten wir von den Regierenden auch echte Schritte zur Verminderung der Klimaerwärmung. Gemeinsames Handeln ist zwingend erforderlich", appelliert Rennock.

"Mehr Gerechtigkeit, mehr Schöpfungsverantwortung!"

Mit dem Einführungsreferat "Mehr Gerechtigkeit, mehr Schöpfungsverantwortung!" zeigte Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch, anstehende Veränderungen auf. Germanwatch ist eine Lobbyorganisation, die sich für globale Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzt.

Mit der Enzyklika "Laudato si'" von Papst Franziskus und den Nachhaltigkeitszielen der UN könne die Welt verändert werden, sagte Bals, denn Gerechtigkeit und das Eintreten für die Schöpfung gehören untrennbar zusammen. "Faszinierend ist, dass die Enzyklika 'Laudato si'' jede Kultur und Religion dazu aufruft, ihr Bestes zu mobilisieren, um gemeinsam auf die soziale und ökologische Krise des Planeten zu reagieren. Genau einen solchen Dialog brauchen wir."

Neben der Ermutigung zum Dialog, "stellt die Enzyklika an die Stelle des Paradigmas der Herrschaft des Menschen über die Natur das der universellen Geschwisterlichkeit - mit den Menschen und der ökologischen Mitwelt", so Christoph Bals weiter. Die Enzyklika wende " sich gegen das technokratische Paradigma, Menschen, Lebewesen und Ökosysteme, die wir nicht direkt nutzen, zum Abfallprodukt zu erklären."

Echte Veränderung und eine Begrenzung des Klimawandels könne nur erreicht werden, wenn jede einzelne Person ihr Handeln überdenke, sagte Bals. Sechs Handlungsweisen seien nötig: Flüge vermeiden, weniger Auto fahren, Wechsel zum Ökostrom-Anbieter, Strom und Heißwasser sparen, weniger Fleisch essen und in "grüne" Geldanlagen investieren.

Die Umweltpsychologin Dr. Angelika Gellrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Umweltbundesamt, führte in das psychologische Modell zu nachhaltigem Handeln ein. In ihrem Vortrag stellte sie vor, wie Motivation aufgebaut und Widerstände überwunden werden können. "Mir ist es vor allem wichtig, bei den Frauen den Glauben an die Kraft positiver Visionen zu stärken und ihnen anhand umweltpsychologischer Erkenntnisse neue Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung aufzuzeigen."

Entwicklung von Teilprojekten

Die Teilnehmerinnen entwickelten während der Tagung ihre eigenen Projekte, verfeinerten sie und stellten sie einander vor. Die Ideen reichten von einer kfd-Klimakonferenz über die Organisation von fairen Frühstücken in der Kommune bis hin zu Upcycling-Projekten. Upcycling bedeutet, dass aus vorhandenen alten Materialien etwas Neues hergestellt wird. So werden verschiedene Nähprojekte geplant, u.a. ein Dirndl-Upcycling.

Die Diözesanverbände können sich auf zahlreiche Projekte freuen, die in den kommenden Monaten umgesetzt werden.

Im September 2018 wird das Projekt abgeschlossen und die Teilprojekte der Teilnehmerinnen werden der Öffentlichkeit in einem Festakt präsentiert.

Weitere Informationen

Opens internal link in current windowDas kfd-Projekt "Zukunft: nachhaltig und geschlechtergerecht

Opens internal link in current windowPressemitteilung zum Projektauftakt im März 2017