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Bundesweit organisierte Verbände sind Infrastruktur für Ehrenamt

Die kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil sagt über den Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung: "Wir vermissen eine angemessene Würdigung überörtlich organisierter Verbände und Vereine, wie die kfd einer ist." Foto: kfd/Kay Herschelmann

kfd-Bundesvorstand zieht gemischte Bilanz zum Zweiten Engagementbericht

04. Dezember 2017:

Zum morgigen Internationalen Tag des Ehrenamts hat der Bundesvorstand der Katho­lischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) eine Stellung­nah­me zum Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung herausgegeben.

Er zieht darin eine gemischte Bilanz: Sehr positiv bewertet er, dass im Bericht deutlich die vielfältigen Formen des Engagements und ihre Bedeutung beschrieben werden. Denn gerade Frauen sind oftmals in nachbarschaftlichen, kirchlichen, schulischen und verbandlichen Kontexten auch ohne formales Amt ehrenamtlich tätig und werden in ihrem Engagement kaum gesehen.

Einen wesentlichen Mangel des Berichtes benennt kfd-Bundesvorsitzende Mechthild Heil:

"Wir vermissen eine angemessene Würdigung überörtlich organisierter Verbände und Vereine, wie die kfd einer ist. Durch unsere eigene Infrastruktur für Engagement bieten wir unseren Mitglie­dern Unterstützung, so dass ihr lokales Engagement über unseren Verband hinaus wirkt. kfd-Gruppen sind wichtige Netzwerke für Frauen rund um ihre Kirchengemeinden und in ihren Stadtteilen und Orten."  

Für Gesellschaft, Staat und Kirche ist die unentgeltlich und freiwillig geleistete Arbeit von Frauen und Männern unverzichtbar. Alle Bürgerinnen und Bürger brauchen daher gute Rahmenbedingungen für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

"Darüber hinaus möchten wir, dass sich ehrenamtliches Engagement positiv in der Steuer und der Rente niederschlägt. Von Altersarmut sind vor allem Frauen betroffen, die von einer solchen Berücksich­ti­gung profitieren würden", so Heil weiter.

Daher stellt der elfköpfige kfd-Bundesvorstand an die Bundesregierung folgende Forderungen, um das Ehrenamt, seine Bedingungen, Qualifikationen und Strukturen künftig besser zu fördern:

Forderungen zu den allgemeinen Rahmenbedingungen von Engagement:

Arbeit, Schule und Weiterbildung müssen sich so gestalten lassen, dass Zeit für Engagement bleibt. Ehrenamtliches Engagement soll stärkere steuerliche Berücksichtigung finden und in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet werden können. Es soll anerkannt werden, dass Engagement für Qualifikationen sorgt, die auch im Beruf wertvoll sind. Für eine solche Anerkennung ist wichtig, dass bestehende Landesnachweise über Qualifikationen vereinheitlicht, weiterentwickelt und bekannter gemacht werden.

Forderungen zur Infrastrukturförderung:

Diese soll verbandsinterne Weiterbildungsmaßnahmen für Engagierte finanziell fördern und sich über die Ortsebene hinaus auf überörtliche Gefüge wie Diözesan-, Landes- oder Bundesverbände erstrecken. Bei der lokalen Infrastrukturförderung in den Kommunen müssen auch solche Vereine und Gruppierungen einbezogen und berücksichtigt werden, die sich bereits engagieren.

Weitere Informationen

Opens external link in new window Die Stellungnahme des kfd-Bundesvorstandes zum Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung

Opens external link in new windowkfd-Positionspapier "Ehrenamtlich arbeiten"(2010, PDF)