DIE KFD

"Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen": Eindrücke vom Buß- und Versöhnungsgottesdienst zu 500 Jahre Reformation in Deutschland in Hildesheim

Die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Irmentraud Kobusch hat für den Christinnenrat auf Einladung der ACK am Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim teilgenommen.

15. März 2017:

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland haben am 11. März 2017 in Hildesheim einen zentralen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in Anwesenheit von Vertreterinnen und Vertretern weiterer christlicher Kirchen gefeiert.

Nach einer langen Geschichte von gegenseitiger Abgrenzung und eigener Profilierung stand die Bereitschaft zu Vergebung und Aufbruch mit Betonung der Gemeinsamkeiten im Mittelpunkt.

Die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Irmentraud Kobusch war über die Delegation des Christinnenrates in die Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen auf Bundesebene (ACK) zur Feier eingeladen.

Hier ist ihr persönlicher Bericht:

"Als Mitglied der ACK für den Christinnenrat hatte ich die Möglichkeit, an dem Versöhnungsgottesdienst in Hildesheim teilzunehmen. Mir war dabei immer deutlich, den Gottesdienst nicht als Einzelperson mitzufeiern, sondern als Vertreterin der Frauenökumene dabei zu sein. Das hat mich tief bewegt.

In die Vergebungsbitte 'Wir bitten, vergib' habe ich ganz bewusst mit eingestimmt für all die Frauen, die über Jahrhunderte bis in unsere Gegenwart hinein unter Unduldsamkeit und Gräben zwischen den Konfessionen gelitten haben, aber auch selber unduldsam und überheblich waren.

Berührt hat mich die Danksagung, in der die beiden Repräsentanten der großen Kirchen einander zusprachen: 'Wir danken Gott, dass es euch, liebe katholische, liebe evangelische Geschwister gibt, dass wir gemeinsam den Namen Jesu Christi tragen.' In meinem Herzen habe ich auch gedankt für die Schwestern in den kleinen Kirchen, mit denen wir im Christinnenrat verbunden sind.

Gut, dass Bischof Wiesemann, Vorsitzender der ACK, in seinem Grußwort ausdrücklich hingewiesen hat auf das Unrecht an manchen kleineren Kirchen, insbesondere der täuferischen Tradition.

Ein starkes Zeichen war das eigens für diesen Tag geschaffene Kreuz mit rauer Außenfläche und goldenem Kern, das zunächst vor dem Altarraum quer als Sperre lag, dann aber aufgerichtet zum Zeichen der Einheit wurde. Begleitet wurde diese Symbolhandlung von uns allen mit dem Lied 'Meine Hoffnung und meine Freude.'

Bei der Selbstverpflichtung der beiden Repräsentanten zu ökumenischem Handeln dachte ich dankbar an unsere Selbstverpflichtung der Frauen in den ökumenischen Leitsätzen des Christinnenrates. So konnte ich gerne einstimmen in das Lied 'Nun singe Lob, du Christenheit'.

Beim anschließenden Empfang kam in allen Gesprächen zum Ausdruck, dass dieser Gottesdienst ein Ereignis von historischer Bedeutung war, aber auch ein Auftrag an uns alle, uns weiter leidenschaftlich für die Einheit der Kirchen einzusetzen. So wie wir es im Christinnenrat tun."

Weitere Informationen:

Der Christinnenrat, gegründet im Jahr 2000, ist eine ökumenische Arbeitsgemeinschaft von christlichen Frauenorganisationen und -gruppen auf Bundesebene und setzt sich für die Belange von Frauen in den christlichen Kirchen ein.

Neben dem Aspekt der Vernetzung einer starken Frauenökumene macht sich der Christinnenrat für die Erneuerung der Kirchen im Geiste ökumenischer Offenheit und Geschlechtergerechtigkeit stark.

Der Christinnenrat hat in der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen auf Bundesebene (ACK) einen beobachtenden Status.

Die kfd gehört zu den Gründungsmitgliedern und ist eine der tragenden Säulen des Christinnenrates.